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Herbst 2014

Welche Bedeutung hat Philosophie für unser wirkliches Leben? Da wir philosophisch und politisch interessiert sind, suchen wir seit der Gründung des Passagen Verlages immer wieder eine Antwort auf diese Frage. Mit Bedeutung der Philosophie meinen wir nicht die grassierende Lebensberatung aus dem philosophischen Zitatenschatz oder philosophisch verbrämte biedermeierliche Ratgeberliteratur, bei der das Philosophische zum Marketinginstrument verkommt. Zwei neue Bücher in diesem Herbst zeigen, wie wir dieses Thema verstehen.

In Europa – Krise und Chance analysiert Angelo Bolaffi die aktuelle Krise nicht nur historisch, wirtschaftlich und politisch, sondern untersucht auch, wie politische Philosophen zur Überwindung der Krise und zur Entwicklung einer europäischen Identität beitragen können. Sein Vorschlag ist ein gemeinsames philosophisch fundiertes europäisches Narrativ, das die nationalen Engstirnigkeiten und damit auch Egoismen überwinden hilft.

Ferngesteuerte Gewalt von Grégoire Chamayou untersucht Drohnen zum ersten Mal nicht nur unter technischen und strategischen Gesichtspunkten, sondern entfaltet die schwerwiegenden ethischen, psychologischen und rechtlichen Probleme des ausufernden und immer alltäglicheren Drohnenkrieges – ein dringend notwendiger Anstoß zu einer schon längst überfälligen Diskussion und Einordnung dieser neuen Dimension der Kriegsführung.

Auch die beiden anderen neuen Bücher unserer Reihe Passagen Thema stellen ihre Untersuchungen in eine philosophische Perspektive. Nina Scholz versammelt in ihrem Buch Gewalt im Namen der Ehre die wichtigsten Autoren zu diesem Thema. Das Buch zeigt, dass die Aufsehen erregenden Ehrenmorde nur die Spitze des Eisberges tiefgehender Menschenrechtsverletzungen bei der Erziehung von Mädchen und Behandlung von Frauen in konservativen islamischen Milieus darstellen. Das Buch analysiert und formuliert Lösungsvorschläge für dieses in unseren westlichen Demokratien unerträgliche Problem.

Ganz anders, aber nicht weniger berührend, ist das neue Buch von Jochen K. Schütze, Verlorene Sprache: Das Buch befasst sich mit einem durch die höhere Lebenserwartung immer häufiger auftretenden Persönlichkeitswandel durch Alzheimer und mit unserem Umgang mit dieser Erkrankung. Schütze plädiert dafür, auch das Jenseits der Sprache als kreatürlichen Bezirk des Seins anzuerkennen.

Unser Programm, französisches Denken im deutschen Sprachraum zu verbreiten, setzen wir in diesem Herbst mit neuen Büchern von Jacques Rancière, Alain Badiou und Jacques Derrida fort. Die intellektuelle Autobiografie Jacques Rancières, Die Methode der Gleichheit, wird ergänzt durch Alain Badious Das Abenteuer der französischen Philosophie, eine intellektuelle Biografie Frankreichs seit den 1960er Jahren – zwei unverzichtbare Bücher für das Verständnis der wichtigsten philosophischen Strömung der letzten Jahrzehnte. Von Jacques Derrida finden Sie in diesem Programm sein großes Werk über Souveränität, über das Eigene des Menschen im Verhältnis zum Tier. In Die Augen der Sprache, der Lektüre eines Briefes von Gershom Scholem an Franz Rosenzweig, analysiert Derrida den apokalyptischen Ton und die rächende Rückkehr der heiligen Sprache, deren religiöse Gewalt sich gegen ihren Sprecher wenden wird.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal unseren Autoren, unseren Veranstaltungspartnern und dem zahlreich erschienenen Publikum danken, die auch in diesem Jahr unser neues Format Passagen Gespräche in New York, Wien, Rom und Berlin zu einem großen Erfolg gemacht haben. Und nicht zuletzt danke ich an dieser Stelle auch allen Autoren, Herausgebern und Mitarbeitern im Verlag und den vielen engagierten Journalisten, Buchhändlern und Freunden für ihre Unterstützung, ohne die Passagen nie zu einer derart wichtigen kulturellen Institution hätte werden können.

Über die vielen anderen neuen Bücher aus unserem Verlagsprogramm informieren Sie die folgenden Seiten. Ich hoffe, dass Sie auch diesmal etwas für sich finden und wünsche Ihnen wie immer neue Erkenntnisse und Spaß bei den Lektüren.

Peter Engelmann

Zum Herbstkatalog 2014 als PDF-Version gelangen Sie hier.

 
Peter Engelmann

Peter Engelmann