Verlagsförderungen im Ungleichgewicht Bei den staatlichen Zuschüssen für österreichische Verlage werden fragwürdige Kriterien angeführt. Vor allem für Kleinverlage sind diese Förderungen aber lebenswichtig (nachzulesen im profil 50/2007)[...]
Der Name "Passagen" weist auf das Denken, das in der Edition dokumentiert werden soll. Passagen sind gefahrvolle Wege, die auf der Suche nach neuem Land erkundet werden. Ein solches Denken lässt keine Ergebnisse positivistischer Art erwarten. Passagen bezeichnet Denken als Weg und Abenteuer.
Im Nachhinein sieht es so aus, dass der Passagen Verlag wahrscheinlich eine der wichtigsten Neugründungen der achtziger Jahre darstellt.
Mittlerweile hat sich eine veritable Passagen-Kultur herausgebildet. Was Suhrkamp für die 68er-Generation war, ist Passagen für die Studenten der 80er und 90er Jahre. Nach langer Zeit ist es damit einem Wiener Verlag wieder gelungen, an die philosophischen Traditionen dieser Stadt anzuschließen und für den deutschen Sprachraum eine kulturelle Vorreiterrolle zu übernehmen.
Der Wiener Passagen Verlag ist mittlerweile eine renommierte Adresse für Philosophie. Die Garde der vor allem französischen Meisterdenker konnte nicht zuletzt durch seine Editionstätigkeit im deutschsprachigen Bereich Fuß fassen.
Jürgen Habermas, Philosoph aus dem Umkreis der Frankfurter Schule soll einmal auf Wien angesprochen gesagt haben: "Wien, das ist doch die Stadt mit diesem postmodernen Verlag". Gemeint war der Passagen Verlag mit seinem eleganten Programm in weißem, oder – wenn es sich um Literatur handelt – auch schwarzem Layout.
In den letzten Jahren haben die technischen, die Neuen Medien einen gewaltigen Entwicklungsschub getan. Die substantiellste wie aufregendste Reihe zu diesem immer wichtigeren Themenbereich – PassagenXMedia – kommt aus Wien.