Im Frühjahr jährt sich der Todestag des Philosophen und Schriftstellers Hermann Levin Goldschmidt zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass erscheint dieser Band zum Gedenken, aber auch zur Einführung in sein kritisches Denken.
„Mein 1933“ ist der letzte Text, an dem Hermann Levin Goldschmidt vor seinem Tod 1998 arbeitete. In kritisch selbstprüfender Weise stellt er in Form eines inneren Dialogs die Frage, ob und inwiefern er damals, 1933 und danach, richtig gehandelt hat und was er mit seinem vor der Vernichtung verschonten Leben bezeugt. Die Fotografien von Edith Moos aus den Jahren 1932–35 bilden einen Bildkommentar, der Goldschmidts Text auf überraschende Weise ergänzt: zusammengelesen werden Wort und Bild zum aufschlussreichen Fotoessay. Willi Goetschels Nachwort „Dialogik als kritisches Modell: Bild und Wort bei Edith Moos und Hermann Levin Goldschmidt“ führt in diesen Fotoessay und damit in das Werk Goldschmidts ein, dessen zukunftsweisender Ansatz nichts an seiner Aktualität verloren hat.
Hermann Levin Goldschmidt, 1914 in Berlin geboren, gründete und leitete das Jüdische Lehrhaus Zürich und erhielt 1996 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.