Heute ist alle Welt vom Phänomen der Globalisierung fasziniert; davon, wie ethnische und kulturelle Eigenheiten durch die im Entstehen begriffene globale, kulturelle und ökonomische Totalität aufgesogen werden. Wesentlich weniger Aufmerksamkeit erfährt hingegen das komplementäre Phänomen der Exklusion, das die notwendige Kehrseite der Globalisierung darstellt.
Es gibt keine einfache Lösung, um dieser Exklusionstendenz entgegenzuwirken: Alle liberal-demokratischen Projekte, die den Raum sozialer Inklusion offen zu halten behaupten, betätigen früher oder später den Exklusionsmechanismus. Der Multikulturalismus verkehrt sich zur Verfechtung in sich geschlossener ethnischer Identitäten; die Verdammung des „fundamentalistischen“ Anderen als intolerant schließt diesen gerade im Namen der Inklusionslogik aus. Die in diesem neu aufgelegten Band versammelten Essays suchen Antworten auf dieses Dilemma, dessen Brisanz ungebrochen ist.