Original title: Conversions. Le Marchand de Venise sous le signe de Saturne
Nach der Lektüre von E.T.A. Hoffmanns "Kater Murr" legt Sarah Kofman hier eine weitere Arbeit zu einem bekannten Werk der Weltliteratur vor. Konversionen: Verkehrungen, Umkehrungen, Bekehrungen. Sarah Kofmans Lektüre von Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" unternimmt – ausgehend von Freuds Arbeit "Über das Motiv der Kästchenwahl" – den Versuch, die Gleichsetzung von "Frau" und "Kästchen" zugunsten einer mehrdimensionalen Ambivalenz aufzubrechen; eine Ambivalenz, die sich niederschlägt in den verschiedenen Formen von Konversionen, durch die sich die Elemente des Dramas konstituieren. Seine komplexen Strukturen stehen unter dem "Zeichen des Saturn": sie enthüllen ihren fundamentalen Bezug zu einer "janusköpfigen Zeit". Im Motiv der Kästchen sind Liebe und Tod untrennbar miteinander verknüpft.
Sarah Kofman (1934–1994) lehrte Philosophie in Paris und hat lange in Verbindung mit Derrida gearbeitet.