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Frühjahr 2014

Noch hält das Zusammenspiel von massenmedialer Verkleisterung der Gehirne, von ausreichender Befriedigung von grundlegenden Bedürfnissen wenigstens der Mittelschicht und der immer weiter gehende Ausbau des Repressionsapparats unsere Gesellschaft zusammen. Aber selbst wenn es Anzeichen der Stabilisierung auch in den Südländern der EU gibt, ist keines der grundlegenden, Krisen verursachenden Probleme unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsorganisation gelöst. Die ungelösten Probleme wie die ständig weiter auseinanderklaffende Schere zwischen arm und reich drohen nach wie vor unsere Gesellschaft zu zerreißen. Wir wollen dazu beitragen, die Probleme zu lösen. Deshalb stellen wir mit Markt und Moral auch in diesem Programm wieder ein Buch von Colin Crouch in den Vordergrund. Nach seiner Kritik des durch transnationale Konzerne verzerrten Wirtschaftsliberalismus stellt der Autor in diesem Gespräch mit mir nun klar, dass in seinen Augen nur eine freie Marktwirtschaft, die durch staatliche Maßnahmen und zivilgesellschaftliche Interventionen reguliert wird, zu einer Wiederherstellung von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit führen kann. Im Unterschied zu Alain Badiou berücksichtigt Colin Crouch die negativen historischen Erfahrungen mit der Ausschaltung des Marktes in ideologisch gesteuerten, reinen Staatswirtschaften und formuliert in Markt und Moral eine systemimmanente Alternative zu einem Kapitalismus und einer Demokratie, die von der Finanzindustrie und transnationalen Mithilfe ihrer ungeheuren Monopolprofite gekapert und ausgepresst wird.

Alain Badiou sieht in Philosophie und die Idee des Kommunismus dagegen überhaupt das Ende der liberalen kapitalistischen Demokratie und ein Erwachen der Geschichte gekommen und propagiert im Streitgespräch mit mir die Idee des Kommunismus. Mit diesen beiden Büchern, zu denen sich noch Slavoj Žižeks Willkommen in der Wüste des Realen gesellt, stellen wir das breite Spektrum der gegenwärtigen Kapitalismuskritik in gut lesbarer und durch die Gesprächssituation leicht zugänglicher Form zur Diskussion und hoffen, damit wichtige Anregungen für Ihr Nachdenken über die Krise und Ihr Engagement für die Verbesserung der Zustände geben zu können.

Alain Badiou schreibt aber genauso wie Jacques Rancière nicht nur über Politik, sondern ebenso über Film. Mit Kino zeigen wir eine neue Facette des so vielseitigen Werkes Alain Badious. Wie Rancière, der sich in seinem bereits 2012 bei uns erschienenen Buch Spielräume des Kinos mit diesem Medium auseinander gesetzt hat, ist auch Badiou durch die Erfahrung des Kinos geprägt, wie die hier versammelten Texte zeigen. Auch der letzte Band unserer vierbändigen Interviewsammlung Jacques Rancières konzentriert sich auf Fragen der Kunst und Ästhetik und macht Rancières besondere Verknüpfung von Kunst und Politik verständlich, die heute weltweit als Modell politisch-ästhetischer Aktivität diskutiert und besonders von jungen AktivistInnen umgesetzt wird.

Mit Insister. Für Jacques Derrida setzen wir unsere Initiative fort, die außerhalb des deutschen Sprachraums schon längst bekannte Schriftstellerin und Philosophin, Theatermacherin und Feministin Hélène Cixous endlich auch bei uns ihrer Bedeutung entsprechend bekannt zu machen. Aus diesem Grund sind im Frühjahr 2014 auch zwei Veranstaltungen mit ihr in Berlin und Wien geplant.

Neben weiteren neuen Büchern in diesem Programm von Jacques Derrida, Jacques Rancière, François Jullien, Laurence Rickels und vielen anderen wunderbaren AutorInnen, möchte ich Sie abschließend noch besonders auf das Passagen Thema Buch Islamische Feminismen von Zahra Ali hinweisen, das die Stimmen der engagierten Frauen in den arabischen Ländern auch für uns zugänglich macht und uns damit ein informiertes und differenziertes Urteil ermöglichen will.

Über die vielen weiteren neuen Bücher aus unserem Verlagsprogramm informieren Sie die folgenden Seiten. Ich hoffe, dass Sie auch diesmal etwas für sich finden und wünsche Ihnen wie immer neue Erkenntnisse und Spaß bei der Lektüre.

 
Peter Engelmann

Peter Engelmann