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Frühjahr 2015

Die Demokratie lebt davon, dass sie einen durchlässigen und damit flexiblen und anpassungsfähigen gesellschaftlichen Kontext bildet, der bestmögliche Lebens- und Entwicklungschancen für alle bieten soll. Leider funktioniert die Durchlässigkeit der Demokratie in beide Richtungen immer schlechter und stellt so ihre Legitimität in Frage. Die gesellschaftlichen Milieus schotten sich immer stärker gegeneinander ab und die sozialen und politischen Hürden für einen Aufstieg werden immer höher. Auf der anderen Seite kennt unsere Demokratie fast keinen Abstieg mehr. Betrug, Fehlverhalten, Unfähigkeit bleiben fast immer folgenlos. Das gilt für die Finanzindustrie genauso wie für die Politik.

Die enorme Verschwendung von Steuermitteln für misslungene "Bankenrettungen" und Ähnliches wird immer dreister beschönigt. Auf der Strecke bleibt dabei die Demokratie, denn ihr überlebenswichtiger Wert für uns alle wird angesichts schamloser Selbstbereicherung der Manager der Finanzindustrie und einer hilflos scheinenden und unehrlich und populistisch agierenden Politik immer weniger vermittelbar. Dabei brauchen wir unsere von allen Seiten immer stärker bedrohte Demokratie dringender denn je. Aber was kann diese Demokratie sein, wie muss man sie erneuern, damit wir sie vertreten und verteidigen können? Die jetzige Demokratie erscheint vielen nur noch als leerer Begriff, der den fehlenden gesellschaftlichen Zusammenhalt durch eine Demagogie kaschiert, die den Kampf um den Eigennutz als Kampf um das Wohl der Benachteiligten ausgibt.

In unserem neuen Band der Passagen Gespräche halten wir dieser Tendenz einer sinnentleerten Demokratie Jean-Luc Nancys Konzept einer radikalen Demokratie entgegen, mit dem er Demokratie vom Begriff der Gemeinschaft her neu zu denken und wieder mit Sinn zu versehen versucht. Wie schon seit Beginn unserer westlichen Zivilisation sind es auch heute die Künstler, Philosophen und Wissenschaftler, die, so gut sie nur können, an der Aufklärung und Verbesserung unserer gesellschaftlichen Zustände arbeiten. Nancys Denken realisiert diese Haltung für unsere Zeit auf besonders wichtige Weise.

Aus Frankreich haben wir neben Jean-Luc Nancy sechs weitere Bücher im Programm, zwei von Jacques Rancière, zwei von Jacques Derrida und zwei von Alain Badiou. Deshalb möchte ich Ihnen noch ein Buch nahelegen, das die Genese dieser starken französischen Philosophie erklärt. In seinem Buch Das Abenteuer der französischen Philosophie seit den 1960er Jahren beschreibt Alain Badiou aus seiner Sicht eines Akteurs und Insiders die Wurzeln und die Entwicklung des weltweit wichtigsten philosophischen Denkens der letzten Jahrzehnte. Badious persönliche Bekanntschaft mit allen wichtigen Autoren dieser Zeit fügt unserer Kenntnis ihrer Werke einen persönlichen Aspekt hinzu, durch den wir ihre Bücher noch besser verstehen können.

Abschließend möchte ich auch diesmal unseren Autorinnen und Autoren, unseren Veranstaltungspartnern und dem zahlreich erschienen Publikum danken, die unser Format Passagen Gespräche in New York, Budapest, Wien und zuletzt in Berlin zu einem großen Erfolg gemacht haben. Dieses Format entwickelt sich immer mehr zu einer wichtigen Kommunikationsschiene für unsere Arbeit, unsere Intentionen und unser Programm. Wir werden die Präsentation unserer französischen Autorinnen und Autoren daher auch 2015 in Berlin und Wien zusammen mit unseren Partnern fortführen.

Über die vielen anderen neuen Bücher aus unserem Verlagsprogramm informieren Sie die folgenden Seiten. Ich hoffe, dass Sie auch diesmal etwas für sich finden und wünsche Ihnen wie immer neue Erkenntnisse und Spaß bei den Lektüren.

Peter Engelmann

Zum Frühjahrskatalog 2015 als PDF-Version gelangen Sie hier.

 
Peter Engelmann

Peter Engelmann