Martin Neumann

Grenztraum

Literatur als Sondermülldeponie und Wiederaufbereitungsanlage einer explodierenden Welt: Da sticht Herr Macbeth wieder und wieder und wieder einmal zu; da wäscht sich Frau Macbeth tagelang knieschlotternd aber vergebens das Blut von den Fingern; Shakespeare, Publikum und der Erzähler geraten einander in die Haare: Da rennt die Wirklichkeit ihrer Abbildung hinterher, da läuft die Abbildung der Wirklichkeit davon und gar nichts ist noch ausgemacht. Was passiert, wenn wir gestorben sind und all die Widersprüche aufgehoben sind?
In einem großen Bogen rennt sich der Autor als Meister der Mehrstimmigkeit mitsamt seinen Geschöpfen den Schädel an all den Grenzen wund. Wie eine Fliege setzt sich der Sinn auf den Satz, das Wort auf das Hirn und die Erzählung auf die Welt. Das ist ein Grenzübergang, Grenzenüberschreiten und die Grenzen sind voller ängstlicher und toter und verwunderter Verwundeter und alle müssen weiter, ganz weit weg.

Details
Einband Paperback
Umfang 116 Seiten
Format 20,8 x 12,8
Auflage1,
ISBN 978-3-85165-499-8
Ersch.Datum Oktober 2001
15,40 
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