François Jullien

Die Affenbrücke

Kulturelle Fruchtbarkeit statt nationaler Identität: über künftige Diversität

Der Philosoph und Ostasienwissenschaftler François Jullien verknüpft den Bericht seiner Vietnamreise mit philosophischpolitischen Reflexionen und einem Plädoyer für den Dialog der Kulturen.

„Affenbrücken“ sind aus drei Bambusrohren bestehende, fragile Konstruktionen, die im Mekong-Delta in Vietnam jahrhundertelang die einzige Möglichkeit der Flussüberquerung boten. Nun werden sie von Betonbrücken verdrängt. Jullien veranschaulicht an diesem Phänomen die Notwendigkeit einer Erweiterung des westlichen Denkens und nimmt die „Affenbrücke“ als Symbol für die Überwindung kultureller Abstände: Anstatt uns auf Werte zu berufen, die, unveränderlich und voreingenommen, nur zur Reproduktion von Kolonialismen führen, müssen wir beginnen, uns auf kulturelle Ressourcen zu stützen, die inklusiv und allen zugänglich sind, um eine künftige Diversität zu bewahren.

Details
Einband Paperback
Umfang 88 Seiten
Format 12,2 x 20,8
Auflage1,
ISBN 978-3-7092-0034-6
Ersch.Datum April 2012
Übersetzt von Paul Maercker
12,20 
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Pressestimmen

  • "Die Absicht, bedrohte Kulturen zu schützen, kann leicht ins Gegenteil umschlagen. Kulturen werden im Griff solcher «Fürsorge» zu musealen Bezirken, die nur noch dank künstlicher Beatmung überleben. Jullien weist in diesem Zusammenhang auf eine innere Widersprüchlichkeit der Globalisierung hin, die einerseits alle Regionen der Welt einer ökonomisch-gesellschaftlichen Uniformierung aussetze, die aber andererseits die Abschottung einzelner Kulturgebiete mit sich bringe.
    François Jullien nimmt die Geschichte zum Anlass, um sich grundsätzlich mit Fragen, welche die kulturelle Vielfalt und den Dialog zwischen den Kulturen betreffen, auseinanderzusetzen."

    Marco Baschera - NZZ, 14.01.2012