Wer war Hélène Legotien? Nur wenige kennen ihre wissenschaftliche und politische Arbeit, kaum mehr ihren Namen. Und doch ist sie allen bekannt: Sie war die Ehefrau Louis Althussers, der sie 1980 in Paris tötete. Francis Dupuis-Déri legt offen, wie in der Debatte um diesen Femizid bis heute die Faszination für den Philosophen die Erinnerung an das Opfer überlagert.
Dupuis-Déri analysiert, wie die Ermordung Hélène Legotiens durch ihren Ehemann Louis Althusser in der französischen Intellektuellenszene diskutiert, erklärt und beinahe entschuldigt wird. Ein Diskurs, der Hélène Legotien ein zweites Mal tötet, indem er sie namentlich nur selten erwähnt und sich in erster Linie für die psychische Verfassung Althussers interessiert, der nach Einschätzung des Richters die Tat im Zustand der Geistesabwesenheit begann und für schuldunfähig erklärt wurde. Dupuis-Déri zeigt, dass der große Denker zugleich ein banaler Krimineller war, dessen Ruf und einflussreiche Freunde ihn schützten. Er führt uns vor Augen, wie tief verankert der Sexismus in einem Diskurs ist, der Althusser bis heute als Intellektuellen hoch in Ehren hält, während er Hélène Legotien in Vergessenheit geraten ließ.
Details
Umfang 80 Seiten
Format 12,2 x 20,8
ISBN 978-3-7092-0631-7
Ersch.Datum März 2026
ReihePassagen Thema
Übersetzt von Teresa Awa
12,00 €
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