In einem literarischen Mosaik verschränkt caput mortuum Fragmente aus Kunst und Leben: Die Schichten eines Freskos überlagern sich mit den Bruchstücken einer Familiengeschichte, die sich über drei Frauenleben und Generationen erstreckt.
Die Restauratorin Laura Noves reist von Wien nach Pisa, um an dem Fresko Trionfo della Morte zu arbeiten. Drei Jahre lang beschäftigt sie sich mit den beschädigten Malschichten. Das Fresko, das Vergänglichkeit und Tod darstellt, wird zum Spiegel ihres eigenen Lebens. Der Roman folgt der Struktur von Petrarcas Trionfi – Liebe, Verlust, Vergänglichkeit – und verwebt so die historischen Quellen des Freskos mit den Sedimenten einer weiblichen Genealogie, die sich dem Erinnern entzieht. Die Familiengeschichte zeigt sich nur in Bruchlinien, Lücken und Widersprüchen. Doch die Verweigerung des Ganzen ist keine bloß formale Geste, sondern eine epistemologische Haltung: Was sich nicht rekonstruieren lässt, wird zur eigentlichen Aussage – die Fehlstelle als Bedeutungsträger.
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© Hans Klestorfer