Rudolf Gumppenberg

Gegenlicht

Diskurse zur philosophischen Dialektik

„Gegenlicht“ – ein Begriff aus der Fotografie dient Gumppenberg als Denkfolie, vor der er seine Untersuchungen zur philosophischen Dialektik entwickelt. In kritischer Distanz zu einem rein quantitativen Fortschrittsgedanken stellt er die Frage, was sich verändert, wenn Philosophie als Qualität auftritt. Gegenlicht beleuchtet das innovative Potential der Philosophie auf dreierlei Ebenen, in ihrer Funktion als Selbstreflexion des Bewusstseins, als konstitutive Bedingung allgemeiner Freiheit und als Kontingenzüberwindung. Gumppenberg geht es nicht um ein erneutes Konstatieren der Aporien in der Philosophie, sondern um die Möglichkeiten systematischer Philosophie, um neue Perspektiven einer kategorialen Logik, einer normativen Ethik und einer philosophischen Historik.
Über die Auseinandersetzung mit Texten der Philosophiegeschichte von Kant und Hegel bis zu Derrida und Lyotard gelangt Gumppenberg zu einem Plädoyer für ein nachmodernes Denken, in dessen Zentrum nicht mehr die Frage als „Frömmigkeit des Denkens“ steht, sondern „die unerschöpfliche Verschwendung der Liebe“, wobei Liebe nicht sentimental, prophetisch konnotiert ist, sondern „im Gegenlicht des erfahrenen Lebens“ steht. Gumppenberg denunziert die Dissoziation von Intellekt, Emotion und organischem Körper als Lüge der modernen Lebenswelt und insistiert im Anschluss an den batailleschen Begriff der Verschwendung auf der paradoxen Ganzheit des Menschen im Ereignis des Selbstverlusts, des Außer-sich-Seins.

Details
Einband Paperback
Umfang 200 Seiten
Format 12,8 x 20,8
Auflage1,
ISBN 978-3-900767-44-0
Ersch.Datum Januar 1990
18,50 
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